Berlin, Moritzplatz

Eine Art Ballade

Berlin! Berlin! Berlin! 
Da war’n wir in Berlin,
und was hab’ma da jesehen?
Nüscht hab’ma da jesehen.


 

Berlin, Moritzplatz

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tado ink • 23.02.2017 | Frontberichte | Kommentieren
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Nachrichten aus dem Irrenhaus

3. Lieferung

Daß die Welt ein Irrenhaus ist – daran dürfte nach der Lektüre der Schlagzeilen, die wir in den letzten Wochen gesammelt und auf Sendung geschickt haben, kaum mehr ein Zweifel bestehen. Falls doch, dann empfehle ich, die Tageszeitung aufzuschlagen, ab und an im Netz zu surfen oder aber die dritte und letzte Lieferung der Nachrichten aus dem Tollhaus zu Rate zu ziehen. Einiges ist zum Schießen komisch, anderes dagegen bizarr und seltsam, manches unheimlich. – Was mich beunruhigt, ist freilich etwas anderes: der Umstand, daß die Nachrichten beinahe durch die Bank von Leuten handeln und von Leuten verfasst wurden, die sich als Wächter oder Hüter der Vernunft verstehen. Wenn es Künstler wären, na ja ... Aber so? Heute? Verkehrte Welt, oder Lust auf Dekonstruktion, und das in Permanenz. Früher sprach man da, glaube ich, von Apokalypse.

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tado ink • 04.02.2017 | Logbuch | Kommentieren
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Nachrichten aus dem Irrenhaus

2. Lieferung

Fakt oder Fiktion – das ist hier nicht die Frage! Da die Welt zu einem Irrenhaus geworden ist, gibt es niemanden mehr, der zu sagen wüßte, was genau der Fall war und was dagegen als erstunken und erlogen zu betrachten ist. Am wenigsten die Journaille. Wir erleben es Tag für Tag: Gerüchte werden als Nachrichten ventiliert, Tatsachenbehauptungen dreist als Falschmeldungen apostrophiert. Keiner blickt mehr durch. Das Vertrauen in das, was öffentlich gesagt und behauptet wird, ist vollständig ruiniert. Oder, um Karl Kraus abzuwandeln: Im Anfang war die Presse / und dann erschien die Welt. / Weiß Gott in wessen Interesse hat sie sich uns gesellt. – Und damit schalten wir um auf die Schlagzeilen:

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tado ink • 27.01.2017 | Logbuch | Kommentieren
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Nachrichten aus dem Irrenhaus

1. Lieferung

Zur Weltlage fällt mir nichts mehr ein. Ich muß nur frühmorgens mein MacBook aufklappen und zur Presseschau ansetzen, da verschlägt es mir auch schon die Sprache. So am 3. Januar diesen Jahres: »Grüne planen Unisex-WCs in Berliner Behörden« (Der Tagesspiegel). Als ob es für das frisch gekürte Regierungsbündnis in Berlin, sprich Rot hoch Zwei mal Grün, nichts Dringenderes gäbe als auf öffentlichen Bedürfnisanstalten – »wenn nicht hier, wo sonst« – den an der Spree ins Kraut schießenden Geschlechtern so etwas wie Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. – Die Welt, so scheint es, hat sich vollends in ein Irrenhaus verwandelt. Sie glauben mir nicht? Dann lassen Sie sich einmal die Schlagzeilen auf der Zunge zergehen, die ich über die letzten Wochen hinweg im Netz für Sie aufgeschnappt habe.

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tado ink • 20.01.2017 | Logbuch | Kommentieren
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Bremerhaven

Imre Kertész

Wir sprachen viel über den Krieg. Aus dem Hotel tretend geriet ich in eine politische Veranstaltung: Im Wind, unter einer Zeltplane, hielt ein hier aus der Vergangenheit übriggebliebener, bekannter Kommunist eine pazifistische Rede, zwanzig, dreißig Menschen hatten sich auf dem Platz versammelt.

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tado ink • 13.01.2017 | Frontberichte | Kommentieren
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Steinböcke

Nach Brehms Tierleben

Steinböcke

Die Steinböcke ( Capra) bewohnen die Gebirge der Alten Welt und auf ihnen Höhen, woselbst andere große Säugetiere verkümmern würden. Mit dieser Lebensweise geht Hand in Hand, daß jede Steinbockart nur eine geringe Verbreitung hat. Infolgedessen haben wir in den Steinböcken ein reiches Geschlecht vor uns. Europa allein zählt zwei, vielleicht drei verschiedene Steinbockarten. Eine derselben ( Capra ibex) bewohnt die Alpen, eine ( Capra pyrenaica) die Pyrenäen und andere spanische Gebirge, eine dritte ( Capra caucasica) den Kaukasus. Außerdem findet sich ein Steinbock ( Capra sibirica) in Sibirien, einer ( Capra beden) im Steinigen Arabien, ein dritter ( Capra nubiana) in Abessinien, ein vierter ( Capra skyn) auf dem Himalaja. Alle diese Tiere sind einander sehr ähnlich in Gestalt und Färbung und unterscheiden sich hauptsächlich durch das Gehörn und den Bart am Kinn. Zurzeit besitzen wir noch keineswegs Stoff genug, um über die Frage, ob hier überall Artverschiedenheiten zugrunde liegen oder nicht, mit der notwendigen Sicherheit entscheiden zu können.

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tado ink • 06.01.2017 | Kunstkammer | Kommentieren
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Schwarze Weihnachten

Ansichtskarte

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Schwarze Weihnachten
tado ink • 24.12.2016 | Logbuch | Kommentieren
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Sonderzug nach Riga

Bielefeld Bahnhof | vor 75 Jahren

Sonderzug nach Riga

Der 13. Dezember 1941 fiel auf einen Samstag. Draußen war es bitter kalt, als ein Zug in den Bielefelder Bahnhof einlief, der auf keinem Fahrplan ausgewiesen war. Es handelte sich um einen Sonderzug, der über Hannover und Berlin nach Riga gehen sollte. Über die Bestimmung des Zugs bestand kein Zweifel: er diente der Deportation von Bürgern jüdischer Abstammung in den Osten, in die Todeszone Europas, auf einen der Blutäcker, die im Zuge des Hitler-Stalin-Paktes dort angelegt worden waren.

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tado ink • 13.12.2016 | Frontberichte | Kommentieren
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Diesseits des Kremls: Moskau im Dreck (vi)

wolfgang lange

Der Schatten einer Bewegung draußen vor dem Fenster ließ ihn auffahren. Ah, da ist er ja wieder, der Eichelhäher. Komischer Vogel. Zuweilen kam er und legte kurz Station gegenüber auf dem Birnbaum ein, obgleich er hier unten in der Stadt eigentlich nichts zu suchen hat. Als ein Bewohner des Waldes. Dachte er.

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tado ink • 07.12.2016 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Diesseits des Kremls: Moskau im Dreck (v)

wolfgang lange

Was aber ist Dreck? Materie am falschen Fleck, heißt es, zunächst und vor allem. Dreck ist ein Stück Materie, das sich aus dem Zusammenhang, in den es recht eigentlich gehört, gelöst hat und an einer Stelle begegnet, an dem seine Anwesenheit als ungehörig oder störend empfunden wird. Was Dreck im einzelnen je ist, hängt von den Standards ab, die in einer Gesellschaft angelegt werden. Was geht in Ordnung, was nicht? Ist das wirklich sauber? Am Ende ist vielleicht alles eine Frage der Hygiene.

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tado ink • 30.11.2016 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Gänse

Nach Brehms Tierleben

Die Gänse (Anserinae), eine über die ganze Erde verbreitete Unterfamilie der Gänsevögel, unterscheiden sich von den Schwänen durch gedrungenen Leib, kurzen Hals, kürzeren Schnabel und höhere, mehr in der Mitte des Leibes eingelenkte Beine. Der kaum kopflange Schnabel ist oben und unten in einen breitgewölbten, scharfschneidigen Nagel ausgezogen, seitlich mit harten Zähnen bewaffnet, der Fuß mit vollen Schwimmhäuten ausgerüstet und mit kurzen starken Krallen versehen. Das Kleingefieder ist außerordentlich weich und dicht, das Dunengefieder sehr entwickelt. Die Geschlechter unterscheiden sich wenig.

Gänse

Kneeb Wenedikt Kommandor: Gänse (Anserinae) | 2016

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tado ink • 13.11.2016 | Kunstkammer | Kommentieren
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Diesseits des Kremls: Moskau im Dreck (iv)

wolfgang lange

Diesseits des Kremls: Moskau im Dreck (iv)

Und dann dachte er: Singapur, wenn es einen Ort gibt, dessen Atmosphäre das gerade Gegenteil zu der Moskaus vorstellt, dann Singapur, oder vielleicht besser noch eine der Shopping-malls, die er von Kalifornien her kannte, die Santa Barbaras etwa oder Stanfords. Absolut reinlich, aseptisch nachgerade. Nicht so Moskau. So futuristisch die Kapitale architektonisch scheint, das Klima und die Atmosphäre der Stadt wirken nicht gerade reinlich, erregen, wie die Lebenswelt Moskaus überhaupt, den Verdacht, alles andere als sauber zu sein. 

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tado ink • 10.11.2016 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Diesseits des Kremls: Moskau im Dreck (iii)

wolfgang lange

Der Horizont war vom Schreibtisch aus nicht zu sehen. Vor ihm erhob sich wie eh und je der Johannisberg im Teutoburger Wald, feucht, dunkel und kühl, trotz der Hitze, die auf und über ihm und dem Hinterhof lag, auf den er schaute. Auf dem Tisch vor ihm lag ausgebreitet der Stadtplan, den er von seiner russischen Reise mit nach Hause gebracht hatte: Moskau City/"Boomtown".

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tado ink • 02.11.2016 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Hirsche

Nach Brehms Tierleben

Keine einzige Gruppe der ganzen Ordnung läßt sich leichter kennzeichnen als die Familie der Hirsche ( Cervina). Sie sind geweihtragende Wiederkäuer. Mit diesen Worten hat man sie hinlänglich beschrieben; denn alles übrige erscheint dieser Eigentümlichkeit gegenüber als nebensächlich.

Hirsche

Kneeb Wenedikt Kommandor: Der Edelhirsch (Servus elaphus L.) | 2016

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tado ink • 26.10.2016 | Kunstkammer | Kommentieren
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Diesseits des Kremls: Moskau im Dreck (ii)

wolfgang lange

Alles in allem war er kaum mehr als 10 Tage fort gewesen. Drei Tage Moskau, sieben Tage St. Petersburg, hinzu kam der eine oder andere Ausflug ins Umland der Metropolen. 10 Tage unterwegs in den Weiten Rußlands – eine Stippvisite, nicht mehr.

Diesseits des Kremls: Moskau im Dreck (ii)

Ilja Sergewitsch Glasunow: Blick auf das alte Moskau | ca. 1979

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tado ink • 19.10.2016 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Diesseits des Kremls: Moskau im Dreck

wolfgang lange

Das Fazit, das er noch auf dem Rückflug gezogen hatte, war nicht eben glänzend ausgefallen: Moskau stinkt, Rußland strotzt vor Dreck.

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tado ink • 12.10.2016 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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The New Fragance

Kenzo World

Und zur Entspannung in diesen turbulenten Zeiten mal wieder ein wenig Werbung, diesmal von Kenzo:

 

tado ink • 22.09.2016 | Lichtspiele | Kommentieren
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Wozu Berufspolitiker?

Überlegungen

Ich hörte dieser Tage, die Regierung, insonderheit deren Chefin, erachte die Resolution, die im Bundestag zum Völkermord an den Armeniern verabschiedet wurde, für sich und die Regierung der Bundesrepublik Deutschland nicht als bindend; es handele sich, ließ sie durch ihren Pressesprecher wissen, nur um eine Resolution von Abgeordneten, nicht aber um ein Gesetz. Oh, là là dachte ich. Jetzt kracht’s im Parlament.

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tado ink • 12.09.2016 | Logbuch | Kommentieren
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Unter dem Schatten der Schwerter

Ein Bericht

Es geschah an einem ganz gewöhnlichen Wochentag, an einem Dienstag im Juli. Die Messe, die Père Jacques Hamel an diesem Morgen unweit von Rouen las, war nicht eben gut besucht. Auf den Bänken der kleinen Kirche von Saint-Étienne-du-Rouvray, hatten sich gerade mal fünf Gläubige eingefunden, allesamt betagt –, wie Pfarrer Hamel auch, der sich lange schon im Ruhestand befand, aber stets bereit war auszuhelfen, wenn Not am Manne war –, wie eben jetzt, da die großen Ferien angebrochen waren.

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tado ink • 16.08.2016 | Frontberichte | Kommentieren
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Lang lebe der Tod

Casper

Ihr habt es so gewollt.

Wer? Wir?

Gute Frage.

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Und damit schalten wir um zur Werbung: 

 

tado ink • 22.07.2016 | Lichtspiele | Kommentieren
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Ich sah Charlize Theron dieser Tage

Schnappschüsse. Souvenirs (ii)

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Ich sah Charlize Theron dieser Tage

Kneeb Wenedikt Kommandor: Affiche oder die Versuchung | 2016

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tado ink • 15.06.2016 | Lichtspiele | Kommentieren
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Ich sah Charlize Theron dieser Tage

Schnappschüsse. Souvenirs

Als wir ankamen, waren die besten Plätze bereits besetzt. Es war gegen 16 Uhr, Cannes, Freitag, der 20. Mai diesen Jahres. Wir sondierten kurz das Terrain vor dem Festivalpalais: Damen mittleren Alters saßen auf mitgebrachten Hockern am Rande des roten Teppichs, Alben und Stifte auf den Schößen; überall standen Leitern herum, reserviert für Photographen, die sich weiß Gott wo herumtrieben. Also entschieden wir uns, zuerst einmal ein wenig über die Croisette zu streunen. Bing Bling allerorten. Rechtzeitig zur Gala waren wir wieder zurück. Auf dem Programm: die Premiere von Sean Penns Film »The Last Face«. Gespannt harrten wir der Dinge, die da kommen sollten.

 

Ich sah Charlize Theron dieser Tage

Kneeb Wenedikt Kommandor: Ich sah Charlize Theron dieser Tage | 2016

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tado ink • 15.06.2016 | Lichtspiele | Kommentieren
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Der Ginster oder die Blume der Wüste

Giacomo Leopardi

Καὶ ὴγάπησαν οἱ ἄνϑρωποι μᾶλλον τὸ σκότος ἢ τὸ φῶς.

Und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht. Joh. 3. 19.

 

Hier auf dem kahlen Rücken
dieses formidablen Berges
des Verwüsters, des Vesuv,
wo sonst weder Baum noch Blume sprießen,
treibst du einsam wuchernd Zweig und Blüten aus,
Reich duftender Ginster,
dir selbst genug in dieser Wüstenei.

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tado ink • 09.06.2016 | Stichijows Papiere | Kommentieren
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Pfingsten an der Flämischen Kappe

14./15. Mai 2016

Wir hängen weiter an der Flämischen Kappe ab. Unsere Lage: 44 Grad 10' nördlicher Breite, 66 Grad 2' westlicher Länge. Die Mannschaft ist wohlauf, das Offizierskorps nicht minder. Die Fischgründe sind derart üppig, dass es nicht den geringsten Grund für uns gibt, die erreichte Position zu ändern. Überhaupt, je länger wir hier an der Kappe kreisen, um so weniger verstehe ich, weshalb man glaubt, einzig und allein in und durch die Veränderung aller Dinge und Verhältnisse käme die Menschheit voran. Was für eine Idiotie! Nichts gegen Goethes ›Stirb und werde‹, aber der auf dem Festland herrschende Zwang, sich und die Welt jeden Tag neu zu erfinden, ist ebenso aberwitzig wie der primitiver Gesellschaften, alles so zu belassen, wie es die Ahnen eingerichtet haben. Auf den Augenblick kommt es an und das rechte Maß, versteht sich.

 

Pfingsten an der Flämischen Kappe

Kneeb Wenedikt Kommandor: Lukas’ Mauer | 2016

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tado ink • 15.05.2016 | Logbuch | Kommentieren
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